Gesund durch die Erkältungszeit – Vier Immunbooster, die dich fit machen

Veröffentlicht am:
November 1, 2023
Autor:innen:
Ronja Käding & Fabian Kölbel

Der Sommer ist langsam zu Ende, die Temperaturen fallen und da geht es schon los. Die ersten Kolleg*innen und Bekannten fangen an zu schniefen, zu husten und du weißt, sie ist wieder da.

Hallo Erkältungszeit. Wir haben dich nicht vermisst.

Eigentlich rechnest du schon damit, dass es dich wie jedes Jahr auch mindestens einmal erwischt, zumindest mit einem Schnupfen.

Genau so ging es auch mir, besonders in meiner Schulzeit. Ich wusste, dass ich die jährliche Erkältung gebucht habe. Damit habe ich auch immer fest gerechnet und sie als festen Bestandteil des Winters akzeptiert.

Es war wie ein Wettkampf, bei dem der Sieger schon im Vorhinein feststand.

Seit einigen Jahren ist das zum Glück anders und ich gewinne regelmäßig das Spiel für mich.
Kommt es trotzdem mal vor, dass auch ich mir eine Erkältung einfange? Natürlich. Aber bei weitem nicht mehr so regelmäßig und intensiv wie früher. Damit auch du die Assoziation “Herbst und Winter = krank” auflöst, sprechen wir in diesem Artikel darüber, was du tun kannst, um gesund durch den Winter zu kommen.

Warum werden wir in der kalten Jahreszeit viel wahrscheinlicher krank als im Sommer?

Im Sommer gibt es tatsächlich auch Viren. Es ist aber so, dass manche Viren sich bei niedrigeren Temperaturen leichter verbreiten. Das heißt, sie sind zwar ebenso in der warmen Jahreszeit anzutreffen, aber nicht in der Vielzahl wie im Winter.

Die Kälte trägt laut einer Studie von Di Huang et al. (2022) zusätzlich dazu bei, dass die Produktion flüssigkeitsgefüllter Sekretkügelchen in unserer Nase um bis zu 42% reduziert ist. Diese Kügelchen sind dafür verantwortlich, Viren und Bakterien zu binden und unschädlich zu machen. Kurz gesagt fällt es den Eindringlingen bei niedrigen Temperaturen also leichter, sich in unseren Nasenzellen zu verbreiten.

Außerdem halten wir uns im Winter viel häufiger in geschlossenen Räumen auf, was die Verbreitung der Viren begünstigt.

Hinzu kommt, dass unbewusst oft weniger gelüftet wird und die Heizungsluft unsere Schleimhäute austrocknet, die dadurch anfälliger für Virenbefall werden.

Auch die verminderte Sonneneinstrahlung trägt ihren Teil dazu bei, da fehlendes Sonnenlicht die Vitamin-D-Produktion verringert und unser Immunsystem schwächt.

Das sind wahrscheinlich die bekanntesten Gründe, warum wir im Winter für Erkältungen anfälliger werden.

Muss ich mich also doch ergeben und akzeptieren, dass ich krank werde?

Klar, an den Temperaturen können wir wenig drehen. Aber trotzdem gibt es einige Dinge, die wir tun können, um unser Immunsystem maximal zu unterstützen und diese Sicherheitslücke zumindest zu verringern.

Immunbooster Nr. 1: Ernährung

Wusstest du, dass sich 70-80% unseres Immunsystems im Darm befindet?

Deswegen ist die Ernährung und deine Darmgesundheit einer der Hauptfaktoren, wenn es um dein Immunsystem geht.

Wie unterstützt du deinen Darm optimal?

  • Ernähre dich bunt und ausgewogen mit viel Obst und Gemüse.
  • Achte auf eine ausreichende Versorgung mit immunrelevanten Mikronährstoffen, wie z.B. Zink, Selen, Vitamin C, Vitamin E, B-Vitamine und Vitamin D
  • Besonders deinen Vitamin-D-Spiegel empfehlen wir dir bestimmen zu lassen, da wir in Deutschland praktisch alle einen Vitamin-D-Mangel haben.
    
  • Ausreichend Ballaststoffe, die u.a. in Getreidesorten und Pilzen zu finden sind, unterstützen die Immunzellen.

Immunbooster Nr. 2: Sport

Wir alle wissen, dass Sport gesund ist. Und je nach Intensität kann er auch unser Immunsystem unterstützen. Laut Matthias Baum & Heinz Liesen (1998) trägt Ausdauertraining von 15-25 km pro Woche bei niedriger Intensität dazu bei, eine Steigerung spezifischer Immunabwehrzellen (NK-Zellen) zu fördern. Dadurch können Atemwegsinfektionen signifikant reduziert werden.

Immunbooster Nr. 3: Schlaf

Schlaf ist ein unterschätztes “Wundermittel” und kann einen großen Effekt auf dein Immunsystem haben. Sheldon Cohen et al. (2009) haben in einer Studie etwas Spannendes herausgefunden. Die Wahrscheinlichkeit, eine Erkältung zu bekommen, war bei den Proband*innen, die über einen Zeitraum von 14 Tagen durchschnittlich weniger als sieben Stunden pro Nacht geschlafen hatten, drei Mal höher als bei denen, die durchschnittlich acht Stunden oder mehr geschlafen hatten.
Allein über die Schlafdauer können wir unser Immunsystem also positiv beeinflussen.

Immunbooster Nr. 4: Erholung und Stressreduktion

Vielleicht kennst du auch das Phänomen, dass du erstmal krank wirst, wenn du endlich Urlaub hast. Natürlich hast du dir das so nicht vorgestellt. Aber warum ist das so?

Kurzfristiger Stress führt tatsächlich zu einer kurzfristigen Steigerung unseres Immunsystems. Die Betonung liegt auf kurzfristig. Denn der Crash lässt nicht lange auf sich warten.

Stresshormone reduzieren langfristig nämlich nicht nur die Menge der Antikörper, sondern hemmen auch die Vermehrung der Immunzellen, die unsere Armee gegen die Krankheitserreger darstellen.

Was heißt das also konkret für uns?

Cool down! Versuche so gut es geht, Stress zu vermeiden und mit ausreichend Erholungsphasen gegenzusteuern.

Weitere I-Tüpfelchen

Was wir dir mit diesem Artikel mitgeben möchten, ist, dass es – mal wieder – auf die Basics ankommt: Ernährung, Bewegung und Erholung, wozu auch Schlaf gehört. Wenn du in einem oder mehrerer dieser Bereiche große Defizite hast, wird kein Kurkumapülverchen, keine Sauna und auch keine kalte Dusche dieses Defizit wett machen.

Deshalb ist unser Appell an dich: Fokussier dich vor allem auf diese drei Kernbereiche und betrachte Saunagänge, Kurkuma etc. eher als kleine i-Tüpfelchen.

Ronja Käding & Fabian Kölbel
Content Creation Health & Mindfulness
Ronja und Fabian schreiben gemeinsam darüber wie du körperlich und geistig deinen Alltag meisterst und nachhaltig an und mit dir arbeiten kannst. Du kannst dich auf geballtes Wissen freuen, denn Ronja und Fabian haben ihre beruflichen Hintergründe in der Medizin und Psychologie noch mit Fitnesstrainer- und Ernährungsberaterlizenzen erweitert.