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Kolumne
Ideen ausprobieren über Zwischennutzung
Episode
Date
March 28, 2025
Autor:in
Anna Weiß
Duration
3 Min
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Ideen ausprobieren über Zwischennutzung

Ideen ausprobieren und dabei nicht langfristig an Mieträume gebunden sein: Das Konzept der Zwischennutzung für Gründer:innen.

Wir sehen es alle: Schaufenster von Gewerbeflächen, die schon lange leer stehen. Gründer:innen blutet dabei das Herz, denn es gibt so viele Möglichkeiten, diese Flächen zu nutzen und zu präsentieren. 

Die Problematik versteckt sich meist hinter den Mietpreisen, welche im Einzelhandelssektor für Erdgeschosseinheiten meist viel teurer sind als gewöhnliche Büroflächen. Hinzukommen je nach Art des Gebäudes erhöhte Nebenkosten durch den Erhaltungsaufwand, beispielsweise innerhalb von Gewerbecentern (Instandhaltung, Aufzüge, Rolltreppen etc.). Viele Mietinteressent:innen können ein langfristiges Mietverhältnis nicht garantieren, andersherum ist es für viele Eigentümer:innen oft ein erheblicher Instandhaltungs- und Verwaltungsaufwand, kurzfristig Gewerbeflächen zu vermieten. Im heutigen Artikel soll aufgezeigt werden, welches Konzept hinter der Zwischennutzung steckt und warum es für beide Seiten eine Win-Win-Situation sein kann. 

Zwischennutzung bedeutet, dass leerstehende Flächen für Konzeptideen für einen kurzen Zeitraum zur Verfügung gestellt werden. Bei diesem Vermietungsmodell steht nicht nur der ökologische und ökonomische Nutzen, sondern vor allem auch soziale Auswirkungen im Vordergrund. Es gibt den Nutzer:innen die flexible Möglichkeit, über eine längerfristige Anmietung nachzudenken, wenn das Konzept gut ankommt und funktioniert. Vor allem für Startups sowie für Vereine ist dies eine gute Gelegenheit, ihren Ideen einen Raum zu geben und die Öffentlichkeit daran teilhaben zu lassen. 

Ein gutes Beispiel hierfür ist das Projekt von „Wir gestalten Dresden“, welches 2023 zwei Räumlichkeiten in der Dresdener Innenstadt angemietet und für Zwischennutzungen angeboten hat. Im Zuge dessen konnten innerhalb von 2 Jahren, 30 Nutzungskonzepte verschiedener Art ausprobiert werden. Es entstanden 31 Newcomer auf den Märkten, 300 Veranstaltungen, über 200 Kooperationen und mehr als 10.000 Besuchende. Einige der Konzepte haben neue Mietflächen angemietet und ihr Business ausgeweitet. Ein Beispiel hierfür ist der „Offlineshop“, welcher verschiedene Kunstwerke und -artikel verkaufte. Der Andrang war groß, die Umsätze gut und daher gründete das Startup nun und mietete größere Flächen für einen dauerhaften Auftritt an. Auch die kulturellen Veranstaltungen führten zu einer verstärkten Belebung der Innenstadt sowie mehr Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit der bestehenden Projekte. 

Ganz nebenbei entstehen bei Zwischennutzungen neue Synergien und Symbiosen: durch die Zusammenkunft verschiedener Konzepte entstehen neue Kontakte und Ideen, was wiederum eine nachhaltige Förderung von Innovation, Sozialstruktur und Kreativität hervorbringt. Dies alles ist auch ein großes Plus für Eigentümer:innen, da das Image des Standortes gefördert und verbessert wird. Zudem können kurzfristig Mieteinnahmen generiert werden, wo Flächen sonst leer stehen würden. 

Für die Zwischennutzung gibt es inzwischen Unternehmen wie „Transiträume“, welche Objekte für Zwischenmieten über verschiedene Eigentümer:innen anbieten und wie eine Art Suchportal fungieren. 

Wer also ein Konzept mit Sichtbarkeit ausprobieren möchte, ist mit der Option der Zwischenvermietung gut bedient. 

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